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Corona

Impulse zum Mut machen

Nicht alles ist abgesagt...

Sonne ist nicht abgesagt.
Frühling ist nicht abgesagt.
Beziehungen sind nicht abgesagt.
Liebe ist nicht abgesagt.
Lesen ist nicht abgesagt.
Musik ist nicht abgesagt.
Fantasie ist nicht abgesagt.
Freundlichkeit ist nicht abgesagt.
Zuwendung ist nicht abgesagt
Gespräche sind nicht abgesagt.
Hoffnung ist nicht abgesagt.
Beten ist nicht abgesagt.

Und plötzlich...

ist alles ganz anders
und man scheint nur noch von Tag zu Tag planen zu können.
Seit einigen Tagen ändert Corona alles.
Von Gewohnheiten, Begrüßungsknigge
über Urlaubspläne und Kinderbetreuung
bis hin zur persönlichen Bewegungsfreiheit.

Seit Anfang des Jahres hören wir von diesem Virus
und wussten auch, dass es nur eine Frage der Zeit ist,
bis es uns in Deutschland betreffen wird.
In dieser globalisierten Welt macht kein Virus,
das von Mensch zu Mensch übertragen wird, an Ländergrenzen halt.
Was also tun?

Krisenmanagement setzt Energien frei,
die Menschen vertrauen auf den Rat
der wissenschaftlichen Expertinnen und Experten
und reagieren größtenteils besonnen.

Wir werden zurückgeworfen auf das, was wirklich wichtig ist:
Das eigene Leben.
Und wir wissen alle, dass wir schon als soziale Wesen auf die Welt kommen.
Schon als Säuglinge sind wir
auf körperliche Nähe und Kommunikation angewiesen,
sonst können wir nicht überleben.

Insofern ist das einzig mögliche, dieser Krise zu begegnen
Solidarität und Nächstenliebe.
Da hilft kein Egoismus, kein jetzt-erst-recht;
es geht darum, die Schwächsten in der Gesellschaft zu schützen
und Tag für Tag neu zu schauen.
Nutzen wir die Zeit, um uns auf das zu besinnen, was wirklich wichtig ist,
bleiben wir solidarisch und nehmen all die Menschen ins Gebet,
die unsere Fürsprache brauchen können.

afj, Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz

Gebet

Guter Gott,
die Zeit, in der wir gerade leben, ist nicht leicht.
Wir hören jeden Tag neue Nachrichten über eine Krise,
die wir so noch nicht erlebt haben.

Steh den alten, kranken und schwachen Menschen bei
und schenke ihnen Hoffnung, diese Zeit unbeschadet zu überstehen.

Stärke die, deren Arbeit für uns gerade unerlässlich ist,
– die Mitarbeitenden in Krankenhäusern, Apotheken, Supermärkten,
die Feuerwehrleute, die Rettungskräfte
und alle, die sich in weiteren Schlüsselpositionen für uns einsetzen.

Sei auch bei den jungen Leuten,
dass sie frohen Mutes in die Zukunft blicken können
und die Zeit, die Ihnen jetzt zur Verfügung steht,
sinnvoll für sich nutzen können.

Stehe deiner Kirche bei,
dass sie neue Formate des gemeinsamen Gebets für sich entdeckt
und stärke die Gläubigen mit deinem Heiligen Geist.

Schenke uns Zuversicht und den Mut,
Solidarität und Nächstenliebe jetzt zu leben,
und segne uns und alle, die uns nahe sind.
Denn du bist Vater, Sohn und Heiliger Geist
– heute und in Ewigkeit. Amen.

afj, Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz

Impuls-Texte zur aktuellen Situation

Es war im März 2020,
die Straßen waren leer, die Geschäfte geschlossen,
persönliche Begegnungen wurden immer schwieriger.
Aber die Blumen blühten weiter
und die Sonne schien
und die Schwalben kamen zurück
und der Himmel färbte sich rosa und blau.

Morgens kneteten wir Brot und backten Kuchen.
Es wurde immer später dunkel
und morgens kam das Licht früher durch die Fenster.
Es war im März 2020.

Die Jugendlichen lernten online
und am Nachmittag spielte man im Haus.
Es war das Jahr, in dem man fast nur zum Einkaufen raus gehen konnte.
Lebensmittel wurden rationiert.
Vieles wurde geschlossen.
Eingänge und Grenzen wurden bewacht.
Es gab nicht genügend Platz für alle in Krankenhäusern.
Aber der Frühling trieb Sprossen.
Es war im März 2020.

Viele wurden unter Quarantäne gestellt,
Großeltern, Familien und Jugendliche, der Gesundheit wegen.
Und Angst breitete sich aus.
Und die Tage sahen alle gleich aus.

Aber die Rosen blühten weiter.
Es wurde wieder neu entdeckt, zusammen zu essen,
sogar über die Sozialen Medien schaltete man sich zum Essen zusammen.
Sich zu schreiben wurde neu entdeckt
und zu lesen, man ließ der Fantasie freien Lauf
und aus Langeweile wurde Kreativität.

Manche lernten eine neue Sprache.
Manche entdeckten die Kunst.
Studenten büffelten für die letzte Prüfung,
welche noch für den Abschluss fehlte.Manche fanden wieder mehr zu sich selbst.

Die bange Frage, wann und wie es weiter gehen sollte,
wurde drängender und für viele existenziell.
Es gab Menschen, die aufmerksamer wurden
für soziale und medizinische Berufe.

Es war das Jahr, in dem man die Bedeutung der Gesundheit,
des Miteinanders und der Solidarität erkennte
auch seine eigenen Fähigkeiten, seinen eigenen Auftrag darin.

Und es war das Jahr, in dem die Welt aufzuhören schien
und die Wirtschaft an ihre Grenzen kam.
Darußen grünte und blühte es und alles wuchs.
Und dann kam der Tag der Befreiung.

Wir saßen am Bildschirm und die Kanzlerin sagte zu allen,
dass das Schlimmste überstanden sei,
dass alle zusammen gewonnen hatten durch ihre Solidarität.
Und die Verantwortlichen sagten, dass es Hilfen geben würde,
koste es, was es wolle.

Und dann gingen wir auf die Straße
mit Tränen in den Augen,
ohne Masken und Handschuhe,
umarmten unsere Nachbarn wie Brüder und Schwestern.

Und da kam der Sommer.
Getreide wuchs und Trauben.

Trotz allem,
trotz des Virus,
trotz der Angst,
trotz des Todes:
Es gab, was Leben ausmacht:
Es gab Mitleiden,
es gab Miteinander,
es gab Fürsorge und Trost.
Und es gab ein „Danach“.

nach einem Beitrag aus den sozialen Netzwerken,
verändert von Armin Surkus-Anzenhofer

Gedanken

Corona: Italien ist uns ein paar Wochen voraus. Aber das alles kommt gerade auch zu uns. Deshalb: Lernen wir zu verstehen: Das hier ist ein Kampf gegen unsere Gewohnheiten und nicht gegen ein Virus. Das hier ist die Chance, einen Notfall in einen Wettkampf der Solidarität zu verwandeln. Ändern wir unsere Art zu sehen und zu denken.

Nicht mehr: "Ich habe Angst, mich anzustecken" oder "Ich habe keine Angst, mich anzustecken", sondern: wir sind diejenigen, die die ANDEREN schützen.

Du bist mir wichtig.
Ich halte für dich Abstand.
Ich wasche meine Hände - für dich.
Ich streiche die Reise - für dich .
Ich verzichte auf das Konzert - für dich.
Ich gehe nicht ins Einkaufszentrum - für dich .
Für dich.
Für dich, der du auf der Intensivstation liegst.
Für dich, der du alt und gefährdet bist, dessen Leben aber genauso wertvoll ist wie meines.
Für dich, der du gegen den Krebs kämpfst und jetzt nicht auch noch dagegen kämpfen kannst.
Bitte: Heben wir den Blick.
Ich hoffe, dass die Solidarität nicht stehen bleibt.
Alles andere ist unwichtig.

Patrick Winter

Die Welt

Eine Schicksalsgemeinschaft

Corona zeigt: Eine Krise macht nicht mehr an Grenzen halt.
Die Welt ist eine Schicksalsgemeinschaft geworden.
Mein Schicksal ist aufs Engste verbunden mit Deinem,
egal, wo Du lebst.

Dasselbe gilt aber auch für die Solidarität.
Auch sie macht schon längst nicht mehr an Grenzen halt.
Ärzte und Wissenschaftler geben ihr Wissen weiter,
ihre Erkenntnisse aus dem Vorsprung in der Ausbreitung des Virus.
Balkon- und Nachbarschaftskonzerte machen weltweit Mut,
Klatschkonzerte für Menschen im Gesundheitsdienst zeigen Dankbarkeit,
Kerzen an Wohnzimmerfenstern sind Hoffnungsfunken in dunklen Zeiten.
Auf italienischen Plakaten, Bannern und Fahnen steht: „Tutto andrá bene!“

Die eine Menschheit vereint diese eine Hoffnung:
Alles wird gut!

Armin Surkus-Anzenhofer

Unterstützung

Das Coronavirus breitet sich auch in Deutschland immer weiter aus.
Nun tauchen vermehrt Zettel in Briefkästen auf, deren Botschaft berührt:
„Ich gehöre nicht zur Risikogruppe und könnte gut behilflich sein,
falls benötigt“, so melden sich Helferinnen und Helfer zu Wort.

Egal ob Einkaufen, Behördengänge
oder mit dem Hund an die frische Luft gehen:
Älteren und geschwächten Nachbarn wird angeboten,
sie in ihrem Alltag zu unterstützen.

Über die sozialen Netzwerke
verbreitet sich der Aufruf seit Tagen unaufhaltsam.

Gebet

Barmherziger Gott,
Ungewissheit und Angst erfüllen in diesen Tagen unsere Gedanken.
Wir sind in Sorge.

Wir sorgen uns um unsere Lieben.
Wir vertrauen sie deiner Fürsorge an.
Behüte und bewahre sie.
Wir sorgen uns um das Zusammenleben in unserem Land.
Wir schauen auf das, was kommen wird.
Wir sind hilflos.

Das Corona-Virus bedroht die Schwachen.
Wir vertrauen die Kranken deiner Fürsorge an.
Behüte und bewahre sie.
Wir bitten für die Sterbenden –
behüte sie und erbarme dich.

Wir bitten für die Jungen –
behüte sie und erbarme dich.
Wir danken dir für alle,
die in Krankenhäusern und Laboren arbeiten.

Wir danken dir für alle,
die Kranke pflegen,
Eingeschlossene versorgen
und sich um das Wohl aller mühen.
Behüte und leite sie.

Du bist unsere Hilfe und Stärke.
Behüte uns, bewahre uns
und erbarme dich.

Amen. Seid behütet!

Es könnte sein...

Es könnte sein, dass in Italiens Häfen die Schiffe für die nächste Zeit brach liegen, ... es
kann aber auch sein, dass sich Delfine und andere Meereslebewesen endlich ihren
natürlichen Lebensraum zurückzuholen dürfen. Delfine werden in Italiens Häfen
gesichtet, die Fische schwimmen wieder in Venedigs Kanälen!

Es könnte sein, dass sich Menschen in ihren Häusern und Wohnungen eingesperrt
fühlen, ... es kann aber auch sein, dass sie endlich wieder miteinander singen, sich
gegenseitig helfen und seit langem wieder ein Gemeinschaftsgefühl erleben. Menschen
singen miteinander!!!

Es könnte sein, dass die Einschränkung des Flugverkehrs für viele eine
Freiheitsberaubung bedeutet und berufliche Einschränkungen mit sich bringt,... es kann
aber auch sein, dass die Erde aufatmet, der Himmel an Farbenkraft gewinnt und Kinder
in China zum ersten Mal in ihrem Leben den blauen Himmel erblicken. Sieh dir heute
selbst den Himmel an, wie ruhig und blau er geworden ist!

Es könnte sein, dass die Schließung von Kindergärten und Schulen für viele Eltern eine
immense Herausforderung bedeutet,...es kann aber auch sein, dass viele Kinder seit
langem die Chance bekommen, endlich selbst kreativ zu werden, selbstbestimmter zu
handeln und langsamer zu machen. Und auch Eltern ihre Kinder auf einer neuen Ebene
kennenlernen dürfen.

Es könnte sein, dass unsere Wirtschaft einen ungeheuren Schaden erleidet,... es kann
aber auch sein, dass wir endlich erkennen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben und dass ständiges Wachstum eine absurde Idee der Konsumgesellschaft ist. Wir sind zu Marionetten der Wirtschaft geworden. Es wurde Zeit zu spüren, wie wenig wir eigentlich tatsächlich brauchen.

Es könnte sein, dass dich das auf irgendeine Art und Weise überfordert, ... es kann aber
auch sein, dass du spürst, dass in dieser Krise die Chance für einen längst überfälligen
Wandel liegt,

  • der die Erde aufatmen lässt,
  • die Kinder mit längst vergessenen Werten in Kontakt bringt,
  • unsere Gesellschaft enorm entschleunigt,
  • die Geburtsstunde für eine neue Form des Miteinanders sein kann,
  • der Müllberge zumindest einmal für die nächsten Wochen reduziert,
  • und uns zeigt, wie schnell die Erde bereit ist, ihre Regenaration einzuläuten, wenn wir

Menschen Rücksicht auf sie nehmen und sie wieder atmen lassen.

Wir werden wachgerüttelt, weil wir die Dringlichkeit selbst nicht erkannten. Denn es geht um unsere Zukunft. Es geht um die Zukunft unserer Kinder.

aus den Sozialen Netzwerken, VerfasserIn unbekannt