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Wort-Gottes-Dienst

Telefongottesdienst vom 28. Juni 2020

Herzlich Willkommen beim Telefongottesdienst.
Wir feiern heute gemeinsam einen Wort-Gottes-Dienst.
Wir werden ca. eine Stunde zusammen feiern.

Ankomm-Meditation

Jetzt, für die kommende ¾ Stunde, darf ich ganz in meinem Element sein.
Doch was heißt das für mich, „in meinem Element sein“?
Ein Fisch kann im Wasser nicht untergehen. Er ist in seinem Element.
Und ich?
Wann ist der Mensch in seinem Element?
Nie so wie in der Liebe.
Wer sich geliebt weiß, wer Vertrauen erfährt,
der kann dem Leben trauen, der kann sich trauen.
Er ist getragen von dem, was ihn umgibt.
Er kann sich frei entfalten
wie ein Fisch im Wasser, wie ein Vogel in der Luft.
Er ist in seinem Element.
Wie ein Fisch im Wasser, wie ein Vogel in der Luft,
so bin ich umgeben von dem, was mich leben lässt.
Unsichtbar für mich und doch kraftvoll umgibt mich Gottes Liebe.
Nach dieser Energie kann ich nicht greifen und doch ist sie da.
Wenn ich die Augen schließe, kann ich sehen,
wie ein Strom von Liebe mich umhüllt und umfängt.
Mit jedem Atemzug, den ich tue, werde ich von Liebe erfüllt.
Mit jedem Herzschlag durchpulst mich Gottes Kraft, seine Liebe.

nach Matthäus

Evangelium

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln:
Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert. Wer das Leben findet, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist – Amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.

Gedanken zum Evangelium

Wir wollen nun einzelnen Versen aus diesem Evangelium nachgehen. Wir werden uns fragen, was es mit der Liebe auf sich hat, dem Element, in dem wir leben.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert.

Heftige Worte, die Jesus hier spricht! Aber: Uns, der Vorbereitungsgruppe dieses Gottesdienstes, ist nach und nach aufgefallen, dass die Liebe zu Jesus, die Liebe zu Gott, von der Jesus hier spricht, nicht die Liebe zu den Eltern oder Kindern ersetzen soll, sie soll jedoch mindestens gleich groß sein. Es geht Jesus, es geht Gott nicht um ein Mehr. Es geht ihm nicht darum, unsere Liebsten zu verdrängen oder zu ersetzen.
Er wünscht sich aber den Platz, der ihm zusteht.

Wir alles wissen: „Lieben“ ist nicht gleich „lieben“. Es gibt verschiedene Formen und Arten. Eine Mutter liebt ihr Kind z.B. anders als ihren Mann. Und die Liebe dieser Mutter zu ihrer eigenen Mutter ist wieder eine andere als die zu ihrem Kind und ihrem Vater. Die verschiedenen Arten zu lieben sind keine Konkurrenz zueinander. Auch die Liebe zu Gott nicht.

Gott will darum kein „Göttchen für die Handtasche“ sein, der ausgepackt wird, wenn es uns passt. Gott will eine eigenstände und autonome Größe sein, der das ist, was er ist: GOTT. Mit einem Eigenleben, mit eigenen Gedanken, mit eigenen Plänen. Er will uns prägen, sie wie ja auch die Menschen um uns uns prägen. Er sucht die Beziehung zu uns, wie wir ja auch die Beziehung zu unseren Lieben leben. Auch für die Beziehung zu Gott brauchen wir Zeit, wie wir ja auch in unsere zwischenmenschlichen Beziehungen Zeit investieren. Gott sehnt sich nach unserer Liebe, wie die Menschen, die uns lieben, sich nach unserer Liebe sehnen. Gott sehnt sich danach, dass wir uns zu ihm bekennen, wie wir ja auch sagen: Ich liebe Dich!

Wer das Leben findet, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.

Die Verse sind wie Gewissensfragen:
„Was ist dir im Leben wichtig?“
"Wo findest du das Leben?"
„Was liegt dir am Herzen?“,
„Wen liebst Du?“,
„Liebst Du?“,
und: „Liebst Du Gott?“

Jesus zeigt klare Kante und fordert einen Platz für Gott in unserem Leben. Das Lieben in diesen Versen fordert uns auf, klar zu sein und klar zu bleiben. Denn wenn in meinem Leben nicht klar sein kann, indem ich z.B. entgegen meinen inneren Empfindungen lebe oder Entscheidungen treffe, dann verliert mein Leben, es wird ärmer!

Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist – Amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.

Jesus zeigt uns hier noch einen Weg auf, unsere Liebe zu Gott zu leben: Die Liebe kann sich zeigen in einem kleinen Becher Wasser. Die Liebe zu Gott ist eine Haltung, anderen, den „Kleinen“ wie Jesus sie nennt, zu begegnen: Ich spüre, was andere brauchen. In jeder Liebe scheint etwas durch von unserer Liebe zu Gott!

Jesus beschreibt mit diesen Versen eindeutig, dass Gott da ist. Er will Teil unseres Lebens sein. Jesus fordert uns zur Gottesliebe auf. Aber woran zeigt sich, dass ich Gott liebe? Wann spüre ich, dass ich „in meinem Element“ bin, in der Liebe? An welchen Situationen entscheidet sich das? Was macht diese Gottesliebe so groß oder so klein?
Und: Wie kann ich andere mit hinein nehmen in dieses „Element Liebe“?

Fürbitten

Gott, du suchst die Beziehung zu uns und wir wollen in Beziehung bleiben mit dir. Dazu gehört auch, dass wir unsere Bitten für uns und für die Welt vor dich bringen dürfen:

Wir beten für alle, die sich ihren Mitmenschen liebevoll zuwenden und durch ihr Dasein deine Liebe erfahrbar machen. Sei es in der Familien, in Partnerschaften oder in Freundschaften, im ehrenamtlichen Engagement oder im Beruf.
Gott unseres Lebens – wir bitten dich erhöre uns.

Wir beten für alle, die in ihrer Liebe enttäuscht wurden oder deren Beziehung gescheitert ist. Für alle, die sich nach Liebe und Zuneigung sehnen.
Gott unseres Lebens – wir bitten dich erhöre uns.

Wir beten für alle, die auf der Suche sind nach dir und deiner Liebe. Für alle, die miteinander und füreinander die Hoffnung und den Glauben an dich wach halten und eine lebendige Beziehung zu dir pflegen.
Gott unseres Lebens – wir bitten dich erhöre uns.

Wir beten für alle, die in ihrem Glauben herausgefordert, die unentschlossen und voller Zweifel sind. Für alle, die klar für dich und deine Botschaft einstehen.
Gott unseres Lebens – wir bitten dich erhöre uns.

Wir beten für alle, die sich in deinem Namen Menschen in Not zuwenden und sich entschieden für gerechtere Lebensbedingungen einsetzen. Für alle, die sich gegen Rassismus und Ausgrenzung engagieren.
Gott unseres Lebens – wir bitten dich erhöre uns.

Wir beten für die Verstorbenen, mit denen wir uns über den Tod hinaus verbunden wissen und für alle Verstorbenen. Lass sie in deiner Liebe geborgen sein.
Gott unseres Lebens – wir bitten dich erhöre uns.

Gott, du bist mit deiner Liebe für uns da, wenn wir mit unseren Freuden unseren Sorgen und unseren Bitten zu dir kommen. Dafür danken wir dir und loben dich, jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Meditation

Wir sind im Internet auf die Suche gegangen, ob wir dort eine Art Definition für Liebe aufstöbern können. Wir sind fündig geworden. Es heißt dort:
Wahre Liebe ist eine tiefe Liebe, die auch Höhen und Tiefen, Glück und Unglück, Gesundheit und Krankheit übersteht. Wahre Liebe ist eine tiefe Sehnsucht der Menschen: Inmitten der vielen Veränderungen sucht man etwas, was fest ist, was Halt gibt, worauf man bauen kann. Dafür steht wahre Liebe.

Doch eine Frage fanden wir nicht beantwortet: Woher kommt diese Liebe? Was gibt uns Kraft zu lieben? Wer hat die Sehnsucht nach Liebe in uns gelegt?

Das Bild, das wir mit der Einladung zu diesem Gottesdienst rund geschickt haben, es zeigt zwei Hände, die ein Herz formen, durch das die Sonne scheint. Dieses Bild zeigt uns: Wir Menschen bilden das Herz, durch das Gott scheinen kann. Unsere Liebe zu ihm zeigen wir in der Art, wie wir leben und ihm folgen. Unsere Liebe zu ihm zeigen wir, wo Liebe sichtbar ist in der Art, wie wir zusammen leben, und wie wir einander lieben. Unsere Liebe zu ihm zeigen wir, wo wir ihn hinein scheinen lassen in unser Leben und ihm seinen Platz geben an unserer Seite.

Schlussgebet

Gott unseres Lebens,
Deine Liebe umgibt uns, wie die Luft, die wir atmen.
Deine Liebe durchpulst uns, wie das Blut, das uns leben lässt.
Du gibst uns die Liebe, die wir brauchen, um einander lieben zu können.
Du hast uns zuerst geliebt und sehnst Dich danach, dass wir Dich lieben.
Hilf uns, Dir Deinen Raum zu geben in unserem Leben und wir werden leben,
heute, morgen, immer mehr, bis hinein in Deine Ewigkeit.
Amen.

Wochenaufgabe

Wir laden Euch ein, nachzuspüren, wann ich „in meinem Element“ bin, wann ich spüre, dass ich geliebt werde und dass ich selbst liebe.

Segen

Den Segen wird heute wieder mein Sohn Philipp sprechen. Unsere Kinder sind wirklich ein Segen. Wir sind mit ihnen und durch sie gesegnet. Durch sie bekommt unsere Liebe Hand und Fuß. Mir wird das noch klarer, wenn Philipp uns den Segen zuspricht. Bevor Philipp den Segen spricht, stellt euch die Menschen vor, denen Ihr Gottes Liebe wünscht:

Wer sind diese Menschen: Aus euren Familien, euren Freundeskreisen? Von eurer Arbeit, der Nachbarschaft? Aus den Nachrichten? Nehmt euch einen Moment Zeit, sie euch vorzustellen. Formt ein Herz mit Euren Händen, durch das Gottes Liebe strömt zu allen Menschen.

Guter Gott, du bist für uns da. Du lebst mit uns und liebst uns.
Wir bitten dich um deinen Segen!
Segne alle Menschen und die ganze Welt mit Deiner Liebe!
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.